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Architektur
Historismus
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Der Ausdruck Historismus bezeichnet in der Architekturgeschichte ein im 19. Jahrhundert verbreitetes und teilweise noch ins 20. Jahrhundert nachwirkendes Phänomen, bei dem man – vor allem in der Architektur – auf ältere Stilrichtungen zurückgriff. Eine prägende Stilform dieses Übergangs ist der Rundbogenstil. Es handelt sich um viele historisierende Stile. Letztlich waren Renaissance und Klassizismus ebenfalls historisierend. Es geht jetzt aber nicht so sehr um die „Ablösung“ vom Klassizismus, sondern sein Einfügen in einen pluralistischen Kanon von Stilen – daher auch der Alternativbegriff Eklektizismus. Der größte Unterschied ist die weitaus häufigere Dekorfreudigkeit der historistischen Bauten und Ausstattungen, auch mit Leihgaben aus der byzantinischen oder arabischen Kunst. Dem in der Gründerzeit reich gewordenen Bürgertum sagte der Historismus eher zu als der spartanische klassizistische Stil der ersten Jahrhunderthälfte. Im Gegensatz zum Klassizismus greift der Historismus auf zahlreiche andere Strömungen zurück: Neuromanik, Neugotik, Neorenaissance, Neobarock, Neorokoko. Ebenso existiert eine Neudeutung seiner selbst im Neohistorismus. Auch der Klassizismus findet zur Wende des 19. zum 20. Jahrhundert als Neoklassizismus eine Neugeburt. Beispiele: Semperoper Dresden, Wiener Staatsoper, Reichstagsgebäude Berlin, Nauener Tor Potsdam, Berliner Dom, Berliner Rathaus, Friedenskirche Potsdam, Gotisches Haus Wörlitzer Park u. a..

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